Der Sparrplatz im Wedding/Berlin in Kürze

 

Die Gegend rund um den Sparrplatz gehört zu dem Berliner Stadtteil Wedding und ist etwas abgegrenzt, obwohl es mitten in der Stadt gelegen ist. Das kommt daher, dass die Grenzen des Gebietes der S-Bahnring und große Hauptverkehrsstrassen bilden. Der Sprengelkiez, wie der Kiez offiziell bezeichnet wird, ist eng bebaut: Etwa 14.700 Menschen bewohnen meist modernisierte fünfstöckige Altbauten aus der Gründerzeit.

Der Wedding wird bereits in zwei Urkunden aus dem 13. Jahrhundert erwähnt: 1251 handelte es sich um „eine Mühle im Gebiet des Dorfes, welches Weddinge hieß, am Flusse Namens Pankow erbaut“ und im Jahr 1289 um  „das wirkliche Lehensgut und den mit dem Gehöfte Wedding verbundenen Titel eines Lehensgutes“.

Erst 600 Jahre später, im Jahr 1861, erfolgte die Eingemeindung nach Berlin. In der Zwischenzeit wurde es als Ackerbaufläche benutzt, zeitweise von Kiefern und Eichen überwuchert und zeitweise als Berliner Stadtheide bezeichnet. Später wurde auch ein Gutshof errichtet, der zur baldigen Besiedelung von Berlin führte.

Zum Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich der Wedding durch die anhaltende Landflucht in einen Arbeiterbezirk. Dicht gedrängt lebten die Arbeiter in so genannten Mietskasernen. Die schlimmsten Auswucherungen dieses städtischen Molochs entstanden in Meyers Hof. Diese Mietskaserne gilt immer noch als einzigartiges Beispiel für extrem komprimierte und spekulative Bebauung.

Zur Zeit der Weimarer Republik war der Wedding auch eine Hochburg der Arbeiterparteien und als Roter Wedding bekannt. Am 1. Mai 1929 kam es zu einem blutigen Zusammenstoß zwischen Polizei und Demonstranten, der als Blutmai bekannt wurde. An der Wiesen- /Ecke Uferstraße kamen 29 Arbeiter und Arbeiterinnen ums Leben (siehe Gedenkstein an der Stelle).

Im politischen Schicksalsjahr 1933 (5. März 1933) kamen bei der Wahl zum 8. Deutschen Reichstag die wenigsten Stimmen für die NSDAP (25,9 %) zusammen. Die KPD hingegen kam auf 39,2 % . Die SPD kam auf 22,8 %. An diesen Ergebnissen zeigt sich unter anderem, warum der damalige Arbeiterbezirk auch Roter Wedding genannt wurde.

Mit dem Bezirk Reinickendorf gehörte der Bezirk Wedding in den Jahren von 1945 bis 1990 zum französischen Sektor von Berlin.