Project view - Ludwigslust Geschichte(n) Online

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Von Papiermache zu Gold - Das kleine Versailles im Norden

Ludwigslust ging aus dem ritterlichen Gut Klenow hervor, das seine erste urkundliche Erwähnung im Jahre 1333 fand. 1616 verkaufte die Familie von Klenow ihr Gut an die mecklenburgischen Landesherren und Klenow ging an das Herzogliche Domanium über. Nach dem Dreißigjährigen Krieg war der Ort reichlich wüst und leer.

Doch die wald- und wiesenreiche Umgebung von Klenow mit ihren Wildbeständen ließ diesen Ort immer öfter zum Aufenthaltsort des Herzogs Christian Ludwig II. werden. Hier konnte er seiner Jagdleidenschaft nachgehen und so wurde Anfang des 18. Jahrhunderts mit dem Bau eines kleinen Jagdschlosses begonnen. Ihm zu Ehren erhielt der Ort 1754 den Namen "Ludwigs Lust".

Im Jahre 1756 verstarb Christian Ludwig II. Herzog Friedrich von Mecklenburg kommt an die Macht und beginnt mit der schrittweisen Übersiedlung des Hofes von Schwerin nach Ludwigslust. 1765 wird die Großherzogliche Residenz endgültig nach Ludwigslust verlegt. Damit begannen die Jahre einer schöpferischen Bautätigkeit für diesen Ort.

1756 - 1760 Bau eines 28 km langen Kanals, 1765 - 1770 wurde die Stadtkirche errichtet und in den Jahren 1772 - 1776 das Schloss erbaut. Es folgte die Anlage der Kaskaden und der Wohnhäuser für Bedienstete am Bassin und Kirchenplatz, sowie die Anlage erster Straßen, wie der Schlossstraße und Clara-Zetkin-Straße. 1793 erhielt Ludwigslust die Marktfleckengerechtigkeit und 1801 eine eigene Gerichtsbarkeit. Dies führte zu einem spürbaren Anwachsen der Einwohnerzahl. Dem spätbarocken Baustil wurden Wohnhäuser mit klassizistischen Elementen, wie in der Schweriner- oder in der Kanalstraße hinzugefügt.

Anfang bis Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden Gebäude, wie das Lehrerseminar oder die Post, auch der Baubeginn der Stadtmauer mit ihren Toren fällt in diese Zeit. Verschiedene Bildungseinrichtungen, wie die Gehörlosenschule wurden gegründet. Der Chausseebau nach Grabow (1826), nach Schwerin (1836) und der Bau der Berlin - Hamburger Eisenbahn (1846) sind weitere Meilensteine in der Entwicklung unserer Stadt.

Über 200 Jahre gab es in unserer Stadt Militär, welches mit seinen Bauten das Stadtbild prägte, wie z.B. das Marstallgebäude am Schlossplatz und die Gebäude im Garnisonsgelände. Außerdem war das Militär ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, der für die Entwicklung von Ludwigslust eine große Bedeutung hatte.

1837 mit dem Tode Friedrich Franz I. übernimmt Großherzog Paul Friedrich die Regierung und verlegt seinen Regierungssitz und zugehörigen Hofstaat wieder zurück nach Schwerin. Damit wird die weitere dynamische Entwicklung der Stadt stark gebremst. Ludwigslust wird ein ruhiger und beschaulicher Ort. Neuere Impulse werden durch die Gründung des Stiftes Bethlehem im Jahre 1851 und die Errichtung der Gasanstalt 1867/68 gegeben. Ein Jahr später erhält die Stadt eine
Straßenbeleuchtung.

Im Jahre 1876 wird Ludwigslust das Stadtrecht verliehen und verdankt ihre weitere Entwicklung dem Fleiß und dem Können ihrer Bürger. Unter Bürgermeister Brandenburg wird in den folgenden Jahren mit der Kanalisierung der Stadt begonnen, das städtische Schlachthaus errichtet, die Wurst- und Konservenfabrik gegründet.

(c) Copyrights 2006 Stadt Ludwigslust

 

Zeittafel

 

1333 Urkundliche Ersterwähnung Klenows

1616 Herren von Klenow verkaufen ihr Gut

an den Landesherren

1724 Beginn des Baus eines einstöckigen

Jagdhauses unter Prinz Christian Ludwig

1754 Klenow erhält den Namen

Ludwigs - Lust

1756 Erste Bauten am Bassin

1756 -1760 Kanalbau

1765 Endgültige Verlegung der Residenz nach

Ludwigslust

1772 - 1776 Bau des Residenzschlosses

1784 Ein kleines Korps Husaren wird in

Ludwigslust stationiert

1793 Marktfleckengerechtigkeit: Gestattete die

Ansiedlung kleinerer Handwerksbetriebe

und umfasste das recht, Handel zu

treiben

1822 Viele der bis dahin angelegten Straßen er-

halten Bepflasterung und Beleuchtung

1837 Tod Friedrich Franz I., sein Enkel Paul

Friedrich verlegt die Residenz wieder

nach Schwerin zurück und beendet

damit die Glanzzeiten der Stadt

Ludwigslust

1840 Gründung der Taubstummenanstalt am

Kirchenplatz

1846 Berlin-Hamburg-Eisenbahn: Ludwigslust

wird Verkehrsknotenpunkt

1852 - 1860 Gestaltung des Schlossparks durch

Peter Joseph Lenné

1876 Verleihung des Stadtrechtes und des

Wappens

1918 - 1945 Im Zuge der Fürstenabdankung wird

der Ost- und Mitteltrakt des Schlosses der

Großherzoglichen Familie als Wohnsitz

überlassen, der Westteil des Schlosses

wurde Museum, nach 1945 Verwaltungs-

sitz

1922 Ludwigslust wird Kreisstadt

1945 Bombenangriff auf Ludwigslust

1945 Nach kurzzeitiger amerikanischer und eng-

lischer Besatzung wird Ludwigslust letzt-

endlich der sowjetischen Besatzungs-

Macht zugeordnet

ab 1952 Prozess der Verstaatlichung von Betrie-

ben begann und wurde bis zum Ende der

DDR weitergeführt: volkseigene sozialisti-

Sche Betriebe prägen das Wirtschaftsleben

Der Stadt

ab 1960 Komplexer Wohnungsbau Schweriner

Allee, J.-Dieckmann-Straße, J.-Brinckman-

Straße

1978 Baubeginn Parkviertel

1989/90 Politische Wende in Deutschland -

Wiedervereinigung

ab 1990 Gründung von kleinen privatwirtschaft-

lichen Unternehmen; einige mittelstän-

dische Unternehmen werden privatisiert

und können sich am Markt erfolgreich

behaupten

 

ab 1991 Bauliche und infrastrukturelle Stadt-

sanierung „Altstadt"

 

1992 Die letzten Einheiten der Sowjetarmee

verlassen ihre Standorte in Ludwigslust:

Beginn der umfassenden Umgestaltung

Des Garnisonsgeländes

 

1992 Kreisgebietsreform - Ludwigslust bleibt

Kreisstadt des jetzt wesentlich größeren

Landkreises Ludwigslust

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Freizeitdetektive des Jugendzentrums Zebef
Begrüßung durch "Miss Baroque" Pia Wegner
Schloss - kultureller Mittelpunkt der Stadt Ludwigslust
Bildkommentar Pia Wegner
Nordansicht des Schlosses
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